LA GUÀNA: KUNST, NATUR UND LEGENDE IM HERZEN DES PRIMIERO
Im grünen Herzen des Primiero, zwischen Wäldern, Bächen und uralten Erinnerungen, erhebt sich La Guàna – ein außergewöhnliches Werk der Land Art, das zeitgenössische Kunst, Natur und lokale Tradition vereint. Mit einer Höhe von über 7 Metern beeindruckt diese monumentale Skulptur durch ihre starke visuelle Wirkung und durch die tiefe Botschaft, die sie vermittelt: Aus Zerstörung kann Schönheit entstehen, aus einer Wunde kann neues Leben wachsen.
Geschaffen vom Künstler Marco Martalar, besteht La Guàna aus über 2.000 Holzstücken und Wurzeln, die aus den Wäldern stammen, die 2018 vom Sturm Vaia verwüstet wurden – einem Ereignis, das die Alpen und große Teile Norditaliens, einschließlich des Primiero-Gebiets, nachhaltig geprägt hat.
VOM STURM VAIA ZUM SYMBOL DER RESILIENZ
Im Jahr 2018 fällte der Sturm Vaia Millionen von Bäumen, veränderte die alpine Landschaft radikal und stellte die lokalen Gemeinschaften vor große Herausforderungen. Jahrhundertealte Wälder wurden innerhalb weniger Stunden entwurzelt und hinterließen ein Gefühl des Verlusts, aber auch die Notwendigkeit, das Verhältnis zwischen Mensch und Berg neu zu überdenken.
Aus genau diesem zerbrochenen, scheinbar wertlosen Holz entstand La Guàna. Marco Martalar entschied sich dafür, nicht zu vergessen, sondern zu verwandeln: Die Überreste des Sturms werden zu lebendiger Materie, neu gestaltet in einem Kunstwerk, das von Widerstandskraft, Respekt für die Umwelt und kollektiver Erinnerung erzählt. Die Skulptur löscht das Trauma von Vaia nicht aus, sondern sublimiert es und lädt dazu ein, über die Fragilität und zugleich die Stärke der Natur nachzudenken.
DIE LEGENDE DER GUÀNE IN DER TRADITION DES PRIMIERO
Die Wahl des Motivs ist kein Zufall. Die Guàne gehören zum legendären Erbe des Primiero und der umliegenden Täler. In der Volksüberlieferung waren sie Wassernymphen – weibliche Geister, die mit Bächen, Quellen und Seen verbunden waren und ein uraltes Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur bewahrten. Der Legende nach lebten die Guàne in der Nähe des Sass de le Guàne, unterhalb von Castèl Pietra, und konnten mit den Menschen in Kontakt treten, sogar heiraten und eine Familie gründen. Es gab jedoch eine unumstößliche Regel: Ihre wahre Natur durfte niemals enthüllt werden. In dem Moment, in dem der Ehemann versuchte, sie zur Preisgabe ihres Geheimnisses zu zwingen, verschwand die Guàna für immer und der Zauber war gebrochen.
Die Guàne und der Fischotter – ein Symboltier des Primiero
Wenn sie belästigt, verfolgt oder bedroht wurden, flüchteten die Guàne ins Wasser und verwandelten sich in Fischotter. Dieses flinke und scheue Tier ist im Laufe der Zeit zu einem Symbol der Gemeinschaft von Primiero geworden – ein Sinnbild für Anpassungsfähigkeit, Intelligenz und Harmonie mit der Flusslandschaft. Klicken Sie hier und entdecken Sie die Legende des Fischotters von Primiero.
Die Guàne-Otter huschten blitzschnell durch die Strömung und verschwanden im Nu – ganz wie jene sagenhaften Wesen, die menschliche Überheblichkeit nicht dulden. Auch hierin zeigt sich die Botschaft des Kunstwerks: Die Natur soll beobachtet und respektiert, nicht beherrscht werden.
WO SICH LA GUÀNA BEFINDET UND WIE MAN DORTHIN GELANGT
Die Skulptur La Guàna befindet sich im Wellnesspark Navoi, einer der eindrucksvollsten Grünanlagen des Primiero – ideal für einen Spaziergang inmitten der Natur.
La Guàna ist in etwa 15 Minuten zu Fuß von Transacqua oder Fiera di Primiero aus erreichbar, entlang wenig befahrener asphaltierter Straßen. Der Weg ist auch für Familien mit Kindern, Kinderwagen und weniger geübte Spaziergänger geeignet.
Es wird empfohlen, das Auto auf dem großen Parkplatz bei der Busstation / dem Schwimmbad von Primiero abzustellen, der sich auch gut für einen Besuch des ApT-Tourismusbüros in Fiera di Primiero eignet.
In der Nähe des Parks sind die Parkmöglichkeiten begrenzt: Bitte parken Sie nicht außerhalb der ausgewiesenen Flächen und respektieren Sie Wiesen, Wege und Privatgrundstücke, um diesen ebenso empfindlichen wie wertvollen Ort zu schützen.
EIN ERLEBNIS ZWISCHEN KUNST, NATUR UND LOKALER IDENTITÄT
Ein Besuch der Guàna bedeutet nicht nur, eine Skulptur zu bewundern, sondern eine kulturelle und landschaftliche Erfahrung zu machen, die den Primiero in all seinen Facetten erzählt: die Kraft der Berge, die Erinnerung an alte Legenden und die Fähigkeit, auf Schwierigkeiten zu reagieren und sie in Chancen zu verwandeln.
Ein Werk, das dazu einlädt, innezuhalten, zu beobachten und zuzuhören – und uns daran erinnert, dass die Beziehung zwischen Mensch und Natur auf Gleichgewicht, Respekt und Verantwortung beruht.