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Die Villa wurde 1989 vom Grafen Giorgio Thun Welsperg an die Autonome Provinz Trient verkauft.In ihr sind neben den öffentlich zugänglichen Räumen (Bibliothek, Vorführungsräume, Lehrwerkstätten) auch Räumlichkeiten, die ausschließlich der Parkverwaltung dienen, untergebracht. In der Sommerzeit sind die verschiedenen vom Park organisierten Aktivitäten eine Besonderheit: Sie bestehen aus didaktischen und thematischen Einheiten, literarischen Spaziergängen und Abenden, an denen die Sternbilder beobachtet werden.
Castel Pietra ist die einzige echte Burg im Valle Primiero,
und ihre Szenerie hinterlässt einen unvergesslichen Eindruck.Sie steht auf einem Felsvorsprung, der von einem dichten
Wald umgeben ist, und ihre Schönheit wetteifert mit der Bergkulisse der nahen
Pale di San Martino. Der
Ursprung ihres Namens ist schnell erklärt: Es besteht eine einheitliche
Kontinuität zwischen Bergen,
Felsen und Festung. Es bedurfte keiner Schutzwände oder Zugbrücken, die Natur
stellte alles bereit. Aber auch die Natur verwahrlost, wenn sie nicht bewohnt
wird (ab dem 19. Jh.). So ist ihr Verfall zum größten Teil auf die Erosion des
Gipfels zurückzuführen, auf dem die Burg stand. Am Gipfel angelangt, kann man
mit Hilfe von Erinnerung und etwas Phantasie ihre Geschichte rekonstruieren. Am
Anfang steht eine Legende, wonach die Burg zum Schutz gegen Attilas Invasion
errichtet worden ist. Die späteren Epochen sind mit Quellen belegt. Sie war ein
Lehen des Bischofs von Feltre, das die Straße kontrollieren sollte, die das
Gebiet Agordo mit Fiera (Cereda
Pass) verbindet. Ihre
Kriegsgeschichte endet mit der Zerstörung durch die Venezianer (1511). Aufgrund
veränderter Lebens- und Verteidigungsbedingungen wurde sie zur Residenz und
zwar zum Sommersitz der Familie Welsperg (Palazzo Welsperg in Fiera di
Primiero, 16. Jh.). Im 16. Jh. wird auch ihre dem Hl. Leonhard gewidmete
Kapelle erwähnt. Später war sie Opfer mehrerer Brände, sodass sie endgültig
verwahrloste. Heute sind ihre Ruinen die eigentliche Attraktion.
Während der Zeit der intensivsten Ausbeutung der Eisen-, Silber- und Bleibergwerke im Valle di Primiero, zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert, entstand als Sitz des Bergrichters der Bergwerkspalast. Mit zinnengekrönten Mauern und einer doppelten Reihe von Schießscharten versehen, ist er mit Fresko-Wappen verziert, die die verschiedenen Erbländer und Territorien der Habsburger Herrschaft darstellen, die sich auch in diesem Gebiet erstreckten. Kürzlich restauriert, beherbergt er jetzt ein kleines Ortskundemuseum und eine Abteilung für Zeitausstellungen. Der Besucher findet hier die Werkzeuge einer alten Schmiede, des Tischlers, des Sattlers und des fahrenden Stuhlmachers, die Dokumentation zu Tätigkeiten wie dem Spinnen, dem Weben, dem Heuen, der Milchverarbeitung und die im Primiero wichtige Bergwerkstätigkeit. Zwei Räume sind schließlich der Gestalt und dem Werk von Luigi Negrelli gewidmet. Vor allem als Erfinder des Suezkanalas bekannt, gewinnt er seit einigen Jahren Konturen jenseits der anachronistischen Interpretationsschablonen des Nationalismus. Aus Fiera di Primiero gebürtig, stirbt er 1858 in Wien, ohne die ein Jahr später begonnenen Grabungen zum Verbindungskanal zwischen dem Mittelmeer und dem indischen Ozean mitzuerleben und ohne die verdiente Anerkennung zu erhalten.
Die ertragreichste Epoche der Silber- und Kupferminen in Primiero erstreckt sich über einen Zeitraum vom 14. bis 16. Jahrhundert. In dieser Zeit war Fiera, dessen erste Häuser sich um die Festung des Tiroler Erzmagistrats und der Erzpfarreikirche gruppieren, im Aufschwung begriffen. Die äußere Erscheinung der Festung (mit Zinnen versehene Mauern, eine doppelte Reihe von Schießscharten) hat eher symbolische Funktion und steht für den Rang. Interessant sind die Fresko-Wappen der einzelnen kaiserlichen Bergbaubeamten. Gegen Mitte des 15. Jahrhunderts, auf Wunsch des Erzherzogs Sigismund von Österreich erbaut, wurde es später, wie die Jahreszahl 1558 über dem Eingangsportal belegt, umgebaut. Da und dort erinnert das Gebäude noch an den ursprünglich gotischen Stil (Portal, Eckvorsprünge). Im Zuge kürzlich durchgeführter Restaurierungsarbeiten wurde dieser Stil unterstrichen und die ganze Festung zu einemMuseum der örtlichen Kultur umgestaltet.
Die
Erzpriesterkirche "Mariä Himmelfahrt" in Fiera di Primiero ist
sicherlich eines der schönsten Beispiele gotischen Stils im Trentino. Sie wurde
im Jahre 1493 fertiggestellt und zwei Jahre später eingeweiht. Ihr
Markenzeichen ist ein hoher mit Fresken verzierter Turm. Die Gebäudestruktur,
die zur Zeit der intensiven und gewinnbringenden Bergwerksarbeit geplante
wurde, ist dreischiffig und mit zahlreichen wertvollen Fresken geschmückt. Das
Innere ist mit barocken Altären ausgestattet, wobei der Altar "der
Bergleute" aufgrund seiner Stattlichkeit heraussticht. Die Kantorei ist
als Meisterwerk des sakralen Baus zu betrachten. Sie enthält Gemälde, die die
sakrale Geschichten darstellen, und eine bedeutende Orgel von 1900.
Bemerkenswert ist das von Giangiacomo Roemer (1545 - 1560) in Auftrag gegebene
große Fresko, das zur Erinnerung an die verlorenen Söhne angefertigt wurde. Die
Komposition ist im Renaissancestil gehalten und gibt die Farben und Wappen des
Hauses Welsperg wider, das im Tal seit 1401 herrschte. Im Zuge der jüngsten
Restaurierungsarbeiten haben Archäologen die Überreste einer frühchristlichen
Basilika aus dem 15. - 16. Jh. entdeckt. Heute ist nur der Brunnen des alten
Taufbeckens und ein Abschnitt der Seitenapsis zu besichtigen.
Die Kapelle
Vederna steht auf dem Totoga Berg und wird jedes Jahr am 5. August geöffnet,
um das Fest
der Madonna della Neve mit einer Zusammenkunft und der Heiligen Messe zu
feiern. Bis zum Gobbera-Pass kann man mit dem Auto fahren, von dort aus geht
man etwa eine halbe Stunde zu Fuß.
S. Silvestro Kirche
Die San
Silvestro Kirche auf dem Monte Totoga wird nur am 1. Mai jeden Jahres geöffnet.
An diesem Tag findet ein Gottesdienst statt. Bis zum Gobbera Pass
kann man mit dem Auto fahren. Von dort aus ist es etwa eine halbe Stunde
zu Fuß.
Neben der Erzpriesterkirche "Assunzione della Beata
Vergine Maria" steht die Kirche S. Martino. Die kleine
Kirche stammt aus der Zeit zwischen 1020 und 1100. Die Absis ist romanischen
Stils, während die restlichen Fresken im Inneren aus dem 16. Jh. stammen und
Venezianischer Schule sind. Es gibt keine zuverlässigen Quellen bezüglich der
großen und teilweise verblassten Wandgemälde an den Außenmauern.
Das Valle del Vanoi, durch das der gleichnamige, in den Cismon mündenden Bach fließt, liegt am äußersten südöstlichen Teil der Provinz Trient. Die Idee, gerade in dieser Gegend einen ethnographischen Pfad anzulegen, wurde 1992 vom Naturpark Paneveggio - Pale di San Martino in Zusammenarbeit mit dem Museum für Sitten und Gebräuche der Trentiner Bevölkerung entwickelt. Entlang der Pfade kann man Informationsstände, Bauernhäuser auf Mittelgebirgswiesen, Hochgebirgsalmhütten und den Wald betreffende Stätten mit homographischen Artefakten besichtigen. Die Arbeiten am ethnographischen Pfad wurden im Lauf des Jahres 1996 begonnen und 2001 abgeschlossen. Darüber hinaus ist darauf hinzuweisen, dass der ethnographische Pfad des Vanoi zu dem größeren im Entstehen begriffenen Ökomuseum des Vanoi gehört. Ziel ist es dabei, neben der physischen Wiederherstellung der Gegend auch die Wiederbelebung der materiellen Kultur und der örtlichen Traditionen in einem weiter gesteckten, die Gemeinde des Vanoi miteinbeziehenden, Rahmen zu erreichen.
Der
zwischen 1914 und 1918 an verschiedenen Fronten geführte Erste Weltkrieg war
ein globaler und dramatischer Konflikt.
Hier, in
diesem kleinen Museum in Caoria, soll an die blutigen
Kämpfe in der Lagoraikette erinnert werden. Dort oben starben Tausende von
italienischen und österreichisch-ungarischen Soldaten, und das Museum
hält mit Gegenständen und Erinnerungsstücken verschiedenster Art und einer
umfangreiche Fotosammlung diese unermessliche Tragödie der Geschichte fest. In
der Nähe befindet sich auch der von der Alpini Gruppe (Gebirgsjäger) von Caoria
verwaltete, 1916 errichtete, italienische Militärfriedhof. Im Valle del Vanoi befindet sich nicht nur
dieses dem Krieg gewidmete Museum,
sondern auch ein Freiluftmuseum. Es besteht aus Kunstpfaden, die durch die
typischen Orte des Tals und zu Wandmalereien volkstümlichen Charakters führen.
Beide Museen (Ende 1988) gehören zum vielfältigen Ökomuseum des Vanoi, als
Ergebnis eines Abkommens zwischen dem Park Paneveggio - Pale di San Martino und
der Gemeinde Canal San Bovo.