Die
ursprüngliche Benennung dieses alten
Weidengebietes am Fuße der Dolomiten
- der berühmten Pale di San Martino
- lautete Alpe di Castrozza.
Seine Geschichte reicht weit in die Vergangenheit
zurück und stammt von der mittelalterlichen
Herberge für Pilgerer und Wanderer,
die die Alpen durchquerten.
Ab dem 15. Jahrhundert wurde Alpe
di Castrozza Teil der Grafschaft von
Tirol und teilte mit dem Primiero Tal
dasselbe politische Schicksal. Die neue
Epoche beginnt für San Martino di
Castrozza um die Mitte des 19. Jh., als die
ersten englischen und deutschen Bergsteiger
begannen, die Dolomiten für
den internationalen Bergtourismus zu
erschließen. Ihre Namen waren:
Francis Fox Tuckett, John Ball, Leslie
Stephen, Edward Whitwell, Theodor von
Wundt und nicht zuletzt die Damen Amelia
Edwards und Elisabeth Tuckett.
Um die Berge zu besteigen und diese
geschichtlich bedeutungsvollen Erkundungen
zu unternehmen, zogen die Bergsteiger
einheimische Jäger und Hirten zu
Rate, die sich mit der Zeit zu hervorragenden
und gefragten Profi-Bergführern,
den legendären “Adlern
von San Martino”, entwickelten.
In Kürze verwandelte sich San Martino
in ein erstrangiges Urlaubsziel
für den internationalen Tourismus,
und in dieser Zeit wurden auch elegante
Hotels errichtet, die heute zu den ältesten
des ganzen Trentino zählen.
Im Laufe des Ersten Weltkrieges
wurde San Martino von österreichischen
Soldaten während deren Rückzug
in Brand gesteckt, und die prestigeträchtige
Gastfreundschaft der Ortschaft wurde
erst in der ersten Nachkriegszeit, als
die Gegend bereits in italienische Herrschaft übergegangen
war, wiederhergestellt. In den Zwanziger
Jahren faßte auch der Wintertourismus Fuß und
trug so zur Vervollständigung des
Tourismusangebots der Ortschaft bei.
