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San Martino di Castrozza, Primiero e Vanoi

Primiero

Obwohl Primiero ein nur erschwert zugängliches Tal der Voralpen ist, wurde es sicherlich bereits in der Vorgeschichte von Jägern auf der Suche nach Wildrudel durchstreift. Die ersten Siedlungsspuren stammen erwiesenermaßen aus der spät-römischen Epoche, da anläßlich kürzlich durchgeführter Grabungen neben der Pfarrkirche in Fiera di Primiero eine große frühchristliche Basilika freigelegt wurde. Dokumentierte Gewißheit über die Existenz erster Siedlungen gibt es allerdings erst ab dem 12. Jahrhundert.

Im 15. Jahrhundert erfuhr die Land- und Forstwirtschaft mit dem Beginn des Bergbaus umwälzende Veränderungen. Der Reichtum des Bodens bedingte auch wichtige politische Geschehnisse: das Tal kam unter Tiroler Herrschaft und im Jahre 1401 wurde die mächtige Familie Welsperg Lehnsherr der Region. Aus dieser Zeit stammen auch die kostbaren gotischen Kunstwerke wie der Palazzo delle Miniere und die Pfarrkirche von Pieve, die Fresken der deutschen Malereischule und die von Tiroler Holzschnitzern gefertigten Holzaltäre.

Der Abbau von Silber, Eisen und anderen Metallen verursachte den Zufluß vieler Bergwerksarbeiter, wodurch die existierenden Siedlungsorte ausgeweitet wurden und es zur Gründung des talländischenVerwaltungs- und Handeltzentrums Fiera di Primiero kam.

Mit dem Ende des Erzabbaus setzte eine Rückkehr zu traditionellen Tätigkeiten wie Viehzucht, Land- und Forstwirtschaft ein. Die zahlreichen Votivfresken im volkstümlichen Stil, die heute noch die Fassaden vieler Wohnhäuser in den Altstadtzentren schmücken, weisen auf die starke Religiosität dieser Bergbevölkerung hin.

Primiero kam am Ende des Ersten Weltkrieges unter die Herrschaft des Königreichs Italien und erfuhr ab Anfang der Fünfziger Jahre einen unerwarteten Umschwung, als sich die ländlichen Orte in gemütliche und ausgerüstete Ferienortschaften verwandelten.

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